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Welche Lagerrisiken gibt es?

Als Geschäftsführer oder Besitzer eines Unternehmens haben Sie sicher schon die Erfahrungen gemacht, wie schwierig und kompliziert es ist, einen hohen Servicegrad für den Kunden zu gewährleisten, während Sie sich um einen festen (möglichst geringen) Lagerbestand bzw. feste Lagerkosten bemühen. Mit dem richtigen Risikomanagement gelingt es, die Lagerung der Güter wirtschaftlich effizient zu machen und das Lagermengenrisiko sowie das Lagerqualitätsrisiko auf ein Minimum zu reduzieren. Ziel ist es, Wertminderung und finanzielle Verluste zu unterbinden. Warum aber ist dies ein so schwieriges Unterfangen?

Welche Lagerrisiken gibt es grundsätzlich?

1. Risiken für Lagerbestände

Für Unternehmen mit starker Vorratsintensität spielen die Risiken der Lagerhaltung eine wichtige Rolle. Wir unterteilen die Risiken der Warenbestände in die drei folgenden Kategorien:

  • Lagerqualitätsrisiko: Minderung der Qualität des Warenbestands durch Beschädigung
  • Lagermengenrisiko: gesamter oder anteiliger Warenbestandsverlust
  • Lagerwertrisiko: Wertminderung der Waren als Folgerisiko

2. Risiken für Lagerpersonal

Klare Sicherheitsvorschriften für das Personal sind Bestandteil eines guten Risikomanagements, um Risiken der Lagerung zu minimieren. Falsche Lagerhaltung und Anlagenwartung sind die größte Gefahr und bringen zahlreiche Risiken mit sich, die verheerende Auswirkungen für Menschen haben können, insbesondere wenn es zu Bränden, Rauchvergiftungen, Stürzen oder Schnittverletzungen kommt. Ungesicherte Gegenstände und Waren sowie fehlende Feuerlösch-/Brandschutzanlagen können nicht nur zu rechtlichen Schwierigkeiten führen, sondern gefährden die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter und Ihres Betriebs allgemein.

Welche Lagerrisiken gibt es bei der Nachfrage?

Ungenaue Prognosen sind ein zentrales Problem. Natürlich ist es unmöglich, die Nachfrage Ihrer Produkte genau vorherzusagen – dennoch, jedes Mal, wenn Sie eine neue Bestellung aufgeben, erwarten Sie einen gewissen Umsatz. Genau das ist die „Prognose“.

Die Folgen einer ungenauen Prognose zeigen sich, wenn sich herausstellt, dass Sie die Nachfrage über- oder unterschätzt haben. Unterschätze Nachfrage endet in Umsatzverlust, da Sie nicht direkt liefern können. Überschätze Nachfrage hingegen führt zu Überschuss und belegt wertvolles Lagerkapital. Weitere Auswirkungen sind Verderb und Wertminderung.

Das Kernproblem dabei: Unsachgemäße Prognosen bleiben oft unerkannt und können dann nicht mehr behoben werden. Um dies zu vermeiden, ist eine zuverlässige Bestimmung der Nachfrage unerlässlich.

Bestimmung der Nachfrage

Jeder Artikel, den Sie auf Lager halten wollen, benötigt eine Prognose. Wie erzeugen Sie eine möglichst genaue Prognose, ohne viel Zeit investieren zu müssen? Bei neuen Artikeln errechnen Sie die Prognose aus früheren Verkäufen. Doch wie beurteilen Sie neue Artikel, die Sie erst seit Kurzem anbieten, die aber noch über keine Verkaufs-Historie verfügen? Ist es realistisch, für jeden Artikel manuell eine Prognose zu erstellen und anzupassen? Haben Sie die richtigen Werkzeuge, um zu sehen bei welchen Artikel Sie der Computerprognose vertrauen können und welche Sie zusätzlich bearbeiten müssen? Die Verkaufs-Historie enthält typischerweise Anomalien und falsche Kennzahlen, die unter Umständen die Prognose negativ beeinflussen. Wie gehen Sie damit um?

Gefahren und Risiken auf Zuliefererseite

Doch selbst wenn Sie alle diese Fragen zuverlässig beantworten könnten, bleiben Risiken, auf die Sie keinen Einfluss haben, etwa die auf Lieferantenseite. Wenn etwa ein unzuverlässiger Lieferant eine Lieferzeit von 12 Tagen angibt, manchmal aber erst in 18 Tagen liefert, ein andermal hingegen schon in 8, schwanken Sie ständig zwischen zu viel und zu wenig Bestand.

Ein anderes Problem, das wohl jeder kennen dürfte, sind verspätete Lieferungen. Kontinuierlich zu späte Lieferungen bedeuten, dass die angegebene Lieferzeit zu gering ist. Eine Erhöhung der Lieferzeit löst dieses Problem – jedoch zu welchen (Mehr-)Kosten Ihrerseits?

Werfen wir einen etwas genaueren Blick auf die Lieferanten

Der Umgang mit Lieferanten erfordert mitunter viel Fingerspitzengefühl. Dennoch sollten Sie deren Leistung regelmäßig einer konsequenten Kontrolle unterziehen. Die folgenden Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Wird auf Ihren Bestellungen der korrekte Liefertermin für jeden Artikelposten einzeln geführt? Wenn nicht, wie ziehen Sie Ihren Lieferanten zur Verantwortung?
  • Haben Sie einen Prozess, um verspätete Lieferungen zu erkennen und gegebenenfalls zu beschleunigen?
  • Wann haben Sie zuletzt die Lieferzeit jedes Lieferanten für jedes Produkt überprüft? Falsche Lieferzeiten verfälschen automatisch all Ihre Berechnungen.
  • Akzeptieren Sie Mehrlieferungen des Lieferanten? Das belastet Ihr Kapital.
  • Liefern Ihre Zulieferer zu wenig Artikel?
  • Gibt es ein Problem mit der Qualität der gelieferten Produkte?
  • Kaufen Sie zum richtigen Preis ein?

Haben Sie nun Lust bekommen, sich mehr mit den Lieferanten zu beschäftigen? Woher sollen Sie wissen, wo oder bei wem Sie anfangen sollen? Leider muss man sagen, dass es oftmals bei dem Gedanken bleibt und keine weiteren Schritte unternommen werden. Das wird die Risiken der Lagerhaltung jedoch weiter erhöhen.

Man darf die Datenqualität nicht ignorieren

Selbst wenn Sie die oben erwähnten Werte/Faktoren perfekt erfasst haben: aufgegebene Bestellungen bei ungenau bestimmtem Lagerbestand machen all Ihre Arbeit wieder zunichte. Ebenso erhöht sich das Risiko, wenn Sie alle erforderlichen Daten erfasst haben und die Bestellungen aufgeben, die ersten erfassten Daten aber schon mehrere Tage alt sind. Fehlende Messmethoden, um sowohl bestehende als auch zukünftige Risiken zu erkennen, werden Ihre Situation weiter verschlimmern. So vermeiden Sie diese Probleme:

  • Ein Alarm bei potenzieller Lieferunfähigkeit, bevor sie eintritt, ist enorm wichtig.
  • Zu wissen, wie man Überschüsse identifiziert und reduziert, ohne den Servicegrad des Kunden zu beeinflussen, löst ein Problem, das zu diesem Zeitpunkt in Ihrem Lager schon vorhanden ist.
  • Eine Warnung vor (überflüssigen) Bestellungen, die zum Zeitpunkt der Lieferung zu einem Überschuss führen, hilft Ihnen eine Lösung zu finden, bevor es zu Problemen kommt.

Welche Rollen spielen Lagerrisiken für die Lagerkosten?

Kurz gesagt: je größer der Lagerbestand, desto größer auch die Lagerkosten. Diese Kosten entstehen nicht nur aus dem daraus resultierenden zusätzlichen Aufwand in der Lagerlogistik, sondern auch aus dem steigenden Lagerrisiko. Lagerpersonal und Lagerräume nehmen beträchtliche Kosten ein. Mögliche Folgen von vorratsintensiver Lagerung sind Wertverlust und bei Beschädigung eine verschlechterte Produktivität.  Netstock, die Plattform für Supply-Chain-Management, unterstützt Sie und Ihr Unternehmen in Bereichen wie Bestandsoptimierung und Sales & Operations Planning.

5 Ursachen, die hohe Lagerkosten verursachen können

Zu hohe Lagerkosten sind für viele Unternehmen ein Problem. Im Folgenden zeigen wir Ihnen 5 mögliche Auslöser für diese überflüssigen Ausgaben.

  • Artikel am Lagerplatz nicht auffindbar
  • Fehlerhafte Bestände im System
  • Lange Laufwege sorgen für lange Entnahmezeiten
  • Folgekosten durch Retouren
  • Aufträge werden einzeln versendet

Häufig gestellte Fragen zu Risiken in der Lagerhaltung

Lassen Sie uns abschließend noch einige der meistgestellten Fragen zu den Risiken der Lagerhaltung betrachten.

Welche Auswirkungen hat Corona auf Lagerrisiken?

Auch die Lagerlogistik wurde schwer von der Pandemie getroffen. 54 % der befragten Logistikunternehmen schätzen die Auswirkungen auf Ihre Branche als stark ein (Statista) und 15 % rechnen sogar mit sehr starken Konsequenzen für die Betriebe. Die weltweite Supply Chain kam zeitweise zum kompletten Stillstand. Zusätzlich zeigte die überforderte Logistik bei der Herstellung und Lagerung der Impfstoffe, wie wichtig eine digitalisierte, moderne und transparente Lager- und Transportlogistik ist.

Warum sollten Lagermengen gering gehalten werden?

Die Regale sind voll! Je mehr, desto besser? Keinesfalls, denn zu hohe Lagerbestände sind oft mit überflüssigen Miet-, Betriebs-, Instandhaltungs- und Personalkosten verbunden. Mit einem optimierten Lagerbestand können Raum- bzw. Mietkosten für Lagerplatz eingespart werden. Gering gehaltene Lagerbestände führen zu einer Liquiditätssteigerung und freiem Kapital.

Gegen welche Lagerrisiken können Sie sich versichern lassen?

Versichert sein lohnt sich! Von folgendem Versicherungsschutz können Händler und Produzenten Gebrauch machen:

  • Feuer
  • Diebstahl
  • Betriebsunterbrechung
  • Beschädigung/Verlust von Ware ohne Selbstverschulden des Lagerhalters
  • Hagel
  • Sturm
  • Wasserschäden

Schlussfrage: Was unternehmen Sie gegen die Risiken der Lagerhaltung?

Glücklicherweise gibt es viele Lösungen, die es ermöglichen, eine große Zahl an Artikel zu verwalten und Ihre Bestandsziele zu erreichen. Es geht eher darum, das passende Programm für Ihr Unternehmen zu finden – eins, das zu Ihrem Budget passt und kein großes Team erfordert, um damit umzugehen. Eine Grundvoraussetzung für ein solches Programm sollte ein zusätzlicher Puffer oder Sicherheitsbestand sein, der Sie gegen diese Risiken absichert. Das ist aber ein eigenes, komplexes Themengebiet, was wir noch einmal getrennt ansprechen werden.

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